Die StBVV ist der Rahmen – nicht die Regel
Die Vergütung von Steuerberatern ist in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) geregelt. Sie definiert für die meisten Tätigkeiten Rahmensätze (Zehntelgebühren) auf Basis eines Gegenstandswerts – etwa der Summe der Einkünfte für die Einkommensteuererklärung oder dem Jahresumsatz für die Buchführung. Innerhalb dieses Rahmens setzt der Berater die konkrete Gebühr nach Schwierigkeit, Umfang und Bedeutung der Sache fest. Honorarvereinbarungen unter den Mindestsätzen sind nur eng zulässig (§ 4 StBVV), darüber jederzeit möglich.
Realistische Bandbreiten
| Leistung | Gegenstandswert / Basis | Typische Kosten |
|---|---|---|
| Einkommensteuererklärung (Angestellte) | Summe Einkünfte z. B. 60.000 € | 300–650 € |
| EÜR + ESt (Solo-Selbstständig) | Gewinn z. B. 50.000 € | 600–1.400 € |
| Monatliche Buchhaltung (Klein-GmbH) | Jahresumsatz 200.000 € | 150–280 € pro Monat |
| Jahresabschluss GmbH (klein) | Bilanzsumme 400.000 € | 1.800–4.000 € |
| Lohnabrechnung pro Mitarbeiter | Pro Lohnabrechnung | 10–18 € |
| USt-Voranmeldung | Pro Voranmeldung | 30–80 € |
| Vertretung Betriebsprüfung | Zeithonorar | 120–280 € / Stunde |
Was den Preis treibt
Belegvolumen ist der größte Hebel. Eine Buchhaltung mit 50 Belegen pro Monat kostet einen Bruchteil einer mit 800. Vorarbeit durch den Mandanten – vorsortierte Belege, digitalisierter Belegimport via DATEV Unternehmen Online, sauber geführte Kasse – kann die Rechnung um 20–40 % senken. Umgekehrt treiben Sondersachverhalte (Auslandsgeschäft, Beteiligungen, mehrere Standorte, Umsatzsteuer-Sonderregelungen) den Preis.
Pauschalhonorar oder StBVV-Abrechnung?
Viele Steuerberater bieten Pauschalhonorare an, die sich an der StBVV orientieren, aber als monatlicher Festbetrag laufen. Vorteil: Planbarkeit. Voraussetzung: realistische Einschätzung des Aufwands – sonst kommt es zu Nachverhandlungen. Eine sauber gerechnete Pauschale ist für beide Seiten meist die beste Lösung.
Vorsicht vor Lockangeboten
Pauschalen weit unter Marktniveau führen erfahrungsgemäß zu zwei Ergebnissen: Entweder wird intern eingespart (Mandantengespräch reduziert, Sonderfragen mit Aufschlag berechnet) oder es kommt im zweiten Jahr zur kräftigen Anpassung. Ein faires Honorar liegt erkennbar im Marktrahmen – und ist die Voraussetzung für eine Beratung, die ihren Namen verdient.
FAQ
Häufige Fragen
Was kostet eine Einkommensteuererklärung beim Steuerberater?
Für eine durchschnittliche Erklärung eines Angestellten mit Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen liegen die Kosten typischerweise zwischen 300 und 650 €, abhängig vom Gegenstandswert und der Komplexität.
Was kostet ein Steuerberater pro Monat für eine GmbH?
Für eine kleine GmbH ohne Mitarbeiter beginnen monatliche Pauschalen bei etwa 200–350 €. Mit Lohnabrechnung, Voranmeldungen und Jahresabschluss summieren sich die Jahreskosten meist auf 4.000–10.000 €.
Sind Steuerberatungskosten absetzbar?
Anteile, die auf betriebliche oder berufliche Einkünfte entfallen, sind als Betriebsausgaben oder Werbungskosten voll abziehbar. Private Anteile (z. B. Anlage Vorsorge) sind nicht abziehbar, lassen sich aber meist sauber aufteilen.
Darf der Steuerberater frei verhandeln?
Über den Mindestsätzen der StBVV ja. Unter den Mindestsätzen nur in eng definierten Ausnahmefällen und nur mit schriftlicher Vereinbarung (§ 4 StBVV).
Was tun, wenn die Rechnung höher ist als erwartet?
Verlangen Sie eine nachvollziehbare Aufschlüsselung nach Tätigkeiten, Zehntelgebühren und Gegenstandswert. Bei Pauschalhonoraren sollte der Umfang vorher schriftlich definiert sein.
Weiterführend
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