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RATGEBERSteuerberater für Unternehmen

Steuerberater-Kosten Report 2026

Dieser Report beantwortet die Frage, die sich jeder vor dem ersten Termin stellt: Was kostet ein Steuerberater. Er erklärt, wie sich die Gebühren nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) zusammensetzen, nennt konkrete Beträge für typische Leistungen und zeigt, wie man die Kosten senkt. Alle Zahlen sind mit Quelle belegt.

Stand: Juni 2026. Rechtsgrundlage: Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) in der Fassung seit 1. Juli 2025. Dieser Report wird jährlich aktualisiert.

1. Was 2026 gilt

Zum 1. Juli 2025 wurden die StBVV-Gebühren um rund 6 Prozent erhöht, um gestiegene Personal- und Sachkosten auszugleichen. Diese Sätze gelten 2026 unverändert weiter. Für 2026 sind keine weiteren Erhöhungen vorgesehen.

Wichtig zu wissen: Steuerberatergebühren sind in Deutschland nicht frei verhandelbar. Sie richten sich nach der StBVV, die für jede Leistung einen Mindest- und einen Höchstsatz vorgibt. Das schützt Mandanten vor Willkür, bedeutet aber auch, dass derselbe Auftrag bei zwei Beratern unterschiedlich viel kosten kann, je nachdem, welchen Satz innerhalb des Rahmens sie ansetzen.

2. Wie sich die Gebühr zusammensetzt

Die meisten Steuerberatergebühren beruhen auf zwei Größen: dem Gegenstandswert (dem wirtschaftlichen Wert, um den es geht, etwa Einkommen, Umsatz oder Bilanzsumme) und einem Gebührensatz innerhalb eines gesetzlichen Rahmens. Aus dem Gegenstandswert wird über eine amtliche Tabelle eine volle Gebühr abgelesen, auf die der Satz angewendet wird.

Die StBVV ordnet jeder Leistung eine Tabelle (A, B oder C) und einen Rahmen in Zehnteln zu. Innerhalb dieses Rahmens wählt der Berater den konkreten Satz nach Umfang, Schwierigkeit und Bedeutung. Der Mittelsatz ist der typische Standardfall.

Quelle: StBVV (§§ 24, 25, 33, 35), Tabellen A bis C, Fassung seit Juli 2025.
LeistungTabelleGegenstandswertGebührenrahmen
Einkommensteuererklärung (§ 24)ASumme der positiven Einkünfte1/10 bis 6/10
Einnahmenüberschussrechnung (§ 25)BBetriebseinnahmen oder -ausgaben5/10 bis 20/10
Finanzbuchführung (§ 33)Chöherer Wert aus Umsatz oder Aufwand2/10 bis 12/10
Jahresabschluss / Bilanz (§ 35)BBilanzsumme / Jahresleistung10/10 bis 40/10

Daneben gibt es die Zeitgebühr (§ 13 StBVV) für Tätigkeiten ohne Gegenstandswert, mit einem Rahmen von rund 66 bis 164 Euro je angefangene halbe Stunde.

3. Konkrete Kosten typischer Leistungen

Die folgenden Beträge sind Orientierungswerte aus der Praxis (netto, zuzüglich Auslagen und Umsatzsteuer). Sie zeigen die Größenordnung, ersetzen aber keine individuelle Berechnung, da der Gegenstandswert und der gewählte Satz den Endbetrag bestimmen.

Quelle: StBVV, Praxiswerte 2026.
LeistungTypische Kosten (netto)Hinweis
Erstberatung (Verbraucher, § 21)höchstens 190 EURgesetzlich gedeckelt
Steuerberatung je Stunde (§ 13)rund 115 EUR (Mittel)Rahmen 66 bis 164 EUR
Einkommensteuererklärungab rund 300 bis 620 EURje nach Einkünften
Finanzbuchführungrund 150 bis 400 EUR / Monatje nach Umsatz und Belegzahl
Lohnabrechnungrund 6 bis 30 EUR je Arbeitnehmer/Monat§ 34 StBVV
Jahresabschluss kleines Unternehmenrund 1.500 bis 3.500 EURje nach Bilanzsumme

Die Erstberatung für Verbraucher ist auf höchstens 190 Euro netto begrenzt, ein guter Einstieg, um Aufwand und Kosten vorab zu klären.

3.1 Warum zwei Berater unterschiedlich abrechnen

Derselbe Auftrag kann unterschiedlich teuer sein, ohne dass einer der Berater falsch abrechnet. Der Grund ist der Gebührenrahmen: Ein Berater, der unterhalb der Mittelgebühr abrechnet, ist günstiger als einer am oberen Rahmen. Viele Berater rechnen Standardfälle unter der Mittelgebühr ab. Es lohnt sich, den angesetzten Satz zu erfragen.

4. Wie man die Kosten senkt

Der größte Hebel liegt beim Mandanten selbst. Da viele Gebühren vom Aufwand abhängen, senkt eine gute Vorbereitung die Rechnung spürbar. In der Praxis lassen sich durch strukturierte Vorbereitung erhebliche Anteile der Kosten einsparen.

  • Belege vorsortieren und vollständig liefern, statt unsortierte Sammlungen abzugeben.
  • Vorkontierung oder einfache Buchführungsteile mit Software selbst übernehmen.
  • Wiederkehrende Leistungen (Buchführung, Lohn) pauschal vereinbaren, das schafft Planbarkeit.
  • Den Gebührensatz vorab ansprechen und nach Abrechnung unter der Mittelgebühr fragen.
  • Fristen einhalten, damit keine teuren Eilaufschläge oder Verspätungszuschläge entstehen.

Wichtig: Vorkasse ist unüblich und ein Warnsignal. Üblich ist die Abrechnung nach Fertigstellung der Leistung, bei laufender Buchhaltung monatlich oder quartalsweise, mit Zahlungszielen von 14 bis 30 Tagen.

5. Wann sich ein Steuerberater lohnt

Steuerberatung kostet, kann sich aber rechnen. Laut Bundessteuerberaterkammer erzielen Steuerberater im Durchschnitt Erstattungen von über 1.000 Euro pro Mandant. Bei komplexeren Fällen oder Selbstständigkeit übersteigt der Nutzen die Kosten häufig deutlich.

Die Kosten für Buchführung, Jahresabschluss und betriebliche Steuererklärungen sind zudem als Betriebsausgaben absetzbar und mindern den steuerpflichtigen Gewinn. Für Arbeitnehmer mit einfachen Verhältnissen kann dagegen eine Steuersoftware oder ein Lohnsteuerhilfeverein ausreichen, hier sollte man Aufwand und Nutzen abwägen.

5.1 Für wen sich Spezialisierung lohnt

Berater mit Branchenschwerpunkt (etwa E-Commerce, Immobilien, Heilberufe) arbeiten in ihrem Feld oft effizienter und gestalten besser. Der scheinbar höhere Satz kann sich durch geringeren Aufwand und bessere Ergebnisse auszahlen. Für komplexe oder spezielle Sachverhalte ist Spezialisierung meist die wirtschaftlichere Wahl.

Quellen: Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), Fassung seit 1. Juli 2025 (BGBl. 2025), Tabellen A bis C; Bundessteuerberaterkammer.

Hinweis: Dieser Report dient der Information und ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall. Beträge hängen vom Gegenstandswert und vom gewählten Gebührensatz ab; maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung der StBVV.


FAQ

Häufige Fragen

Sind Steuerberatergebühren verhandelbar?

Nur innerhalb des gesetzlichen Rahmens. Der Berater muss sich an die Mindest- und Höchstsätze der StBVV halten, kann aber innerhalb des Rahmens nach Aufwand abrechnen. Über den konkreten Satz und Pauschalen lässt sich sprechen.

Was kostet eine reine Erstberatung?

Für Verbraucher ist die Erstberatung auf höchstens 190 Euro netto begrenzt (§ 21 StBVV). Das ist eine günstige Möglichkeit, den eigenen Fall und die zu erwartenden Kosten einzuschätzen, bevor man ein laufendes Mandat eingeht.

Kann ich Steuerberaterkosten absetzen?

Betrieblich veranlasste Kosten (Buchführung, Jahresabschluss, betriebliche Steuererklärungen) sind Betriebsausgaben. Rein privat veranlasste Kosten der Einkommensteuererklärung sind dagegen grundsätzlich nicht mehr absetzbar.

Wie senke ich die Rechnung am wirksamsten?

Durch gute Vorbereitung. Vollständige, sortierte Belege und gegebenenfalls eigene Vorkontierung reduzieren den Aufwand und damit die aufwandsabhängigen Gebühren spürbar.

Gibt es 2026 weitere Gebührenerhöhungen?

Nein. Die letzte Anpassung erfolgte zum 1. Juli 2025 (rund 6 Prozent). Diese Sätze gelten 2026 unverändert weiter. Für 2026 sind keine weiteren Erhöhungen vorgesehen.

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