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RATGEBERSteuergestaltung

Holding gründen: Vorteile, Nachteile und Kosten

Was eine Holding bringt

Der Kern der Holding ist das Schachtelprivileg nach § 8b KStG: Dividenden und Veräußerungsgewinne der Tochter-GmbH sind bei der Mutter-GmbH zu 95 % körperschaftsteuer- und gewerbesteuerfrei. 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Effektive Steuerlast auf Beteiligungserträge: rund 1,5 % statt 30 %.

Drei klassische Anwendungsfälle

FallVorteilVoraussetzung
ReinvestitionGewinne fast steuerfrei in neue ProjekteHolding bleibt Eigentümerin
Exit / Unternehmensverkauf95 % steuerfreier VeräußerungsgewinnMindestens 1 Jahr Haltefrist (§ 8b Abs. 2 KStG)
VermögensschutzOperative Risiken bleiben in TochterSaubere Trennung der Geschäftsbeziehungen

Kosten und Aufwand

Einmalig: Notar, Handelsregister, Beratung – zusammen rund 2.500–5.000 € für die typische GmbH-und-Tochter-Struktur. Laufend: zweimal Jahresabschluss, zweimal Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererklärung, zweimal Bilanz – Mehraufwand 3.000–6.000 € pro Jahr beim Steuerberater. Faustregel: Erst ab etwa 100.000 € Jahresgewinn rechnet sich der Aufwand.

Typische Fehler

Wer die Holding nachträglich aufsetzt, läuft in die Sperrfrist: Beim Einbringen einer bestehenden GmbH-Beteiligung nach § 21 UmwStG ist der Veräußerungsgewinn sieben Jahre lang anteilig nachversteuerungspflichtig. Eine saubere Gestaltung vor dem geplanten Exit ist Pflicht.


FAQ

Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich eine Holding?

Faustregel: Ab 100.000 € Jahresgewinn der operativen GmbH und wenn Reinvestition oder ein späterer Verkauf realistisch sind. Bei reiner Gewinnausschüttung an natürliche Personen bringt sie keinen Steuervorteil.

Was ist das Schachtelprivileg?

§ 8b KStG: Dividenden und Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen sind bei Kapitalgesellschaften zu 95 % steuerfrei. Damit bleiben Reinvestitionen im Konzern fast steuerlich neutral.

Welche Rechtsform hat die Holding?

Üblicherweise GmbH oder UG. Eine GmbH & Co. KG als Holding ist möglich, verliert aber das Schachtelprivileg für die KG-Ebene – meist nicht sinnvoll.

Weiterführend

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