Eine Holding ist eine Kapitalgesellschaft, die Anteile an einer oder mehreren operativen Gesellschaften hält. Dividenden und Veräußerungsgewinne sind nach § 8b KStG zu 95 % steuerfrei – effektiv bleiben rund 1,5 % Steuerlast. Diese Schachtelprivileg-Wirkung macht die Holding zum zentralen Werkzeug der Steuergestaltung.
Rechtsgrundlage: § 8b KStG, § 3 Nr. 40 EStG
Funktionsweise
Die Holding (meist GmbH) hält 100 % der Anteile an der operativen GmbH. Gewinne werden auf Ebene der Tochter mit ca. 30 % (KSt + GewSt) versteuert und dann als Dividende an die Holding ausgeschüttet – dort fast steuerfrei. Erst bei Ausschüttung an die natürliche Person greift die Abgeltungsteuer (26,375 %).
Vergleich der Belastung
| Variante | Belastung Gewinn | Belastung Verkauf Anteile |
|---|---|---|
| Direktbeteiligung | ca. 30 % + 26,375 % | 26,375 % auf Veräußerungsgewinn |
| Holding | ca. 30 % + 1,5 % | ca. 1,5 % effektiv (§ 8b KStG) |
Wann sich eine Holding lohnt
Vor allem bei geplantem Unternehmensverkauf, bei Reinvestition der Erträge und bei mehreren Tochtergesellschaften zur Risikoabschirmung. Bei reiner Privatentnahme spart die Holding nichts.
Abgrenzung
- Personengesellschaft
- Bei OHG/KG fließen Gewinne direkt in die ESt – kein Schachtelprivileg.
- Atypisch stille Beteiligung
- Steuerlich Personengesellschaft, daher kein § 8b KStG.
Unternehmer verkauft seine operative GmbH für 2 Mio. €. Direktverkauf: ca. 528.000 € Steuer (26,375 %). Über Holding: ca. 30.000 € (1,5 %) – ein Liquiditätsvorteil von rund 498.000 €, solange das Geld in der Holding bleibt.
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Ausführliche Ratgeber
Stand: 7. Juni 2026 · Begriff im Glossar (28 Einträge)